Unsere Tierrassen

0
verschiedene Tierrassen werden bereits in der Archeregion Vogtland gehalten.

Rinder

Rotes Höhenvieh

Mittelrahmig, gut bemuskelt, einfarbig rotbraun, zum Teil mit weißer Schwanzquaste. Helle Hörner mit dunkler Spitze. Helles Flotzmaul.

Die Bezeichnung „Keltenvieh“ weist auf einfarbig rote Ahnen in vorchristlicher Zeit hin. Zusammenfassung verschiedener Rotviehschläge wie Vogelsberger-, Harzer-, Odenwälder-, Wittgensteiner Rotvieh zum Roten Höhenvieh im Jahr 1985. Seit ca. 30 Jahren Verdrängungskreuzung durch Niederungsrassen. Schlesien bis Westfalen

Gute Konstitution und Vitalität, genügsam. Hoher Gehalt an Milchinhaltsstoffen und beste Fleischqualität. Eignung für Landschaftspflege sowie Mutter- und Ammenkuhhaltung.

Überleben der Rasse durch die Entdeckung „vergessener“ Spermaportionen in einer Besamungsstation. Dadurch Wiederaufbau der Population mit letzten Kreuzungstieren möglich.

Schafe

Braunes Bergschaf

Braunes Bergschaf

Mittelgroßes, ganzfarbig cognac- bis sattbraunes Schaf im leichten Typ des weißen Deutschen Bergschafes. Schmaler, hornloser und ramsnasiger Kopf. Lange, breite und hängende Ohren. Grobe Wolle.

Stammt vom früher in Bayern und Tirol beheimateten Steinschaf ab. Aus der Kreuzung des Steinschafes und des norditalienischen Bergamasker-Schafes entstanden die heutigen Bergschafrassen. 1934 Import brauner Bergschafe aus Tirol durch Herzog Ludwig Wilhelm.

Beste Eignung für Niederschlagsreiche Gegenden. Große Steig- und Trittsicherheit. Frühreif und sehr fruchtbar. Lämmer erreichen tägliche Zunahmen von bis zu 310 g. Der Wollertrag liegt bei ca. 4-5 kg Schweißwolle. Direktvermarktung durch Züchter als naturgefärbte Wolle, braune Strickwaren, Lodenstoffe und Teppiche.

Obwohl seit langem bekannt, wurde diese Rasse erst 1977 als eigenständige Rasse anerkannt. Braune Wolle u.a. zur Herstellung von Lodenstoffen besonders begehrt.

Coburger Fuchsschaf

Mittelgroßes Schaf, hornloser braun gefärbter Kopf, leicht hängende Ohren. Gewichte: Altbock 85 – 105 kg, Jährlingsböcke 60 – 85 kg, Mutterschafe 60 – 85 kg.

Diese alte Rasse besiedelte im 19. Jahrhundert weite Teile der europäischen Mittelgebirge. Vor dem 2. Weltkrieg war das Coburger Fuchsschaf dem Aussterben nahe. Erst durch Otto Stritzel, Schäfer- und Tuchmeister im Fichtelgebirge, wurde man wieder auf die guten Eigenschaften des Fuchsschafes aufmerksam.

Neben der interessanten Wolle, besonders für den Hobbyverarbeiter, ist das Fleisch der Lämmer und der älteren Tiere bei Feinschmeckern sehr geschätzt.

Besonderheit des Coburger Fuchsschafes ist seine Wolle. Die Lämmer haben bei der Geburt ein rotbraunes Vlies, welches im Alter von 6 bis 12 Monaten heller wird.

Krainer Steinschaf

Krainer Steinschaf

Das slowenische Steinschaf stellt noch den ursprünglichen Typ des Zaupelschafes dar. Die Tiere besitzen noch überwiegend Mischwolle bei sehr feingliedriger Gestalt mit Körpergewichten zwischen 35 und 40 kg. Die Böcke tragen meist nur Hornstummel oder sind unbehörnt. Die Farbe der Tiere ist reinweiß, gefleckt oder schwarz mit zum Teil charakteristischer Gesichtsmaske.

Das Steinschaf war einst über den gesamten Alpenraum weitverbreitet. In den überwiegenden Regionen Österreichs, der Schweiz und der Bayrischen Alpen wurden die ursprünglichen Bestände bereits von der Jahrhundertwende ab mit Bergamaskerschafen durchkreuzt. Heute sind reinrassige Steinschafe ohne Bergamaskerblutanteil nur in den slowenischen Alpen zu finden

Milchgewinnung mit Käseproduktion steht im Vordergrund, die Lämmer werden zum Sommer hin ausgemästet und vor allem in der Touristensaison geschlachtet. ca. 5 Monate Laktationsdauer, ca. 1,5 l Milch pro Melkvorgang. Auch bei fehlenden Kraftfuttergaben und Haltung in Gebirgsregionen zufriedenstellende Milchleistung. Tägliche Gewichtszunahme der Mastlämmer je nach Futtergaben ca. 200 g.

Beeindruckend an dem Bestand der Slow. Steinschafe ist neben ihrer Ursprünglichkeit und Reinrassigkeit die kulturelle Verbundenheit der Bevölkerung mit dieser Schafrasse. Solange die traditionelle Nutzungs- und Haltungsweise im Triglav-Gebiet (Slowenien) erhalten bleiben kann, ist das Slowenische Steinschaf dort nicht gefährdet.

Leineschaf

Leineschaf

Das Leineschaf ist ein frohwüchsiges, marsch- und widerstandsfähiges Landschaf. Der Kopf des weiblichen Schafes ist lang und schmal, der des Bockes kürzer und gröber. Beide Geschlechter sind hornlos. Es ist für ein Landschaf gut bemuskelt. Das Vlies besteht aus einer weißen, langabwachsenden, dicht gestapelten Wolle mit 28 bis 36 Mikron, Pigmente sind unerwünscht. Der Bauch soll ausreichend bewollt sein. Der Kopf bis hinter die Ohren und die Beine sind unbewollt.
Das Gewicht der Muttertiere liegt zwischen 60 – 80 kg, die Böcke wiegen 100-120 kg.

Zurückzuführen auf das schlichtwollige Rheinische Landschaf, das mit verschiedenen englischen Rassen Mitte des 19. Jahrhunderts gekreuzt wurde. Seit 1906 existiert ein einheitliches Zuchtziel. Bis 1937 hatte sich die Population des Leineschafes bis auf über 77.000 Tiere in ganz Deutschland vergrößert.
Ursprünglich verbreitet im niedersächsischen Leinebergland zwischen Göttingen und Hannover sowie im Eichsfeld. Von dem Verbreitungsgebiet entlang des Leineflusses wurde der Name Leineschaf abgeleitet.

Das Leineschaf ist robust und sehr anpassungsfähig. Es hat einen langen Rumpf mit breitem Rücken und Becken, der von einem trockenen Fundament auf harten Klauen getragen wird. Neben einer guten Bemuskelung an Rücken und Keulen wird besonderer Wert auf Anpassungsfähigkeit, Härte und Marschfähigkeit gelegt. Die Erstzulassung ist ab einem Alter von ca. 8 Monaten möglich. Das Leineschaf zeichnet sich durch sehr gute Muttereigenschaften aus, dabei sind vor allem eine hohe Fruchtbarkeit und Milchleistung sowie die Leichtlammigkeit hervorzuheben. Daraus ergeben sich gute Aufzuchtleistungen Das Leineschaf verfügt über eine lange Brunstsaison. Es kann als Koppel- und Hüteschaf gehalten werden. Für ein Landschaf ist es gut bemuskelt. Die weiße, dicht gestapelte Schlichtwolle im Sortiment C beträgt 3,5 – 4 kg pro Jahr bei den Muttertieren.

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden etwa 1500 Leineschafe als Reparationszahlungen nach Polen gebracht und blieben dort nahezu unverkreuzt bis in die Jahrtausendwende erhalten. Rückimporte aus Polen – 30 Zuchtböcke und etwa 70 weibliche Tiere aus der bis 2002 in Cerkwica noch vorhandenen staatlichen Zuchtherde – erreichten in der Zeit von 1993-1999 Sachsen und Thüringen, wo Leineschafzuchten des ‚ursprünglichen Typs’ wiederaufgebaut wurden. Einkreuzungen in Westdeutschland seit etwa 1965 mit den fruchtbareren Ostfriesischen Milchschafen und den fleischreicheren Texelschafen führten in Niedersachsen zu einem ‚neuen schwereren Typ’ des Leineschafes, welches dort zu den Fleischschafen gehört.

Ostfriesische Milchschaf

Großrahmiges, hornloses Schaf mit langem, meist weißem und dichtem Vlies. Typisch sind der längliche, leicht ramsnasige Kopf, ein breiter und tiefer Rumpf sowie ein gut aufgehängtes, leistungsfähiges Euter.

Das Ostfriesische Milchschaf stammt aus den Küstenmarschen Norddeutschlands und wird seit Jahrhunderten gezüchtet. Es ist heute vor allem in Deutschland verbreitet, kommt aber auch in mehreren europäischen Ländern vor.

Die Rasse zeichnet sich durch sehr hohe Milchleistung, außergewöhnliche Fruchtbarkeit und hervorragende Muttereigenschaften aus. Sie gilt als robust, frühreif und gut geeignet für Weidehaltung sowie Landschaftspflege.

Das Ostfriesische Milchschaf zählt zu den fruchtbarsten Schafrassen Europas und vereint hohe Lämmerzahlen mit hoher Milchleistung. Aufgrund rückläufiger Bestände gilt es als gefährdete einheimische Schafrasse.

Skudde

Kleinrahmiges, weiß, schwarzgrau oder goldbraun gefärbtes Heideschaf; kurzschwänzig, kleine Ohren. Böcke tragen stark gewundenes Schneckengehörn, weibliche Tiere sind hornlos oder bilden nur kurze Hornstummel aus. Bei einer Widerristhöhe von 50-60 cm erreichen weibliche Tiere ein Gewicht von 30-35 kg und Böcke 40-50 kg.

Als „Heidschnucke der Masuren“ ist die Skudde eine bodenständige Rasse Ostpreußens und des Baltikums. Sie gehört zu der Gruppe der kurzschwänzigen, nordischen Heideschafe.
Die Tiere sind in den einzelnen Bundesländern über das gesamte Bundesgebiet verteilt. Zuchtschwerpunkte in Hessen und dem Saarland, Mark Brandenburg und Berlin.

Asaisonale Brunst mit häufigen Zwillingsgeburten, sehr widerstandsfähig gegenüber Krankheiten, Wolleistung ca. 2 kg mittelfeine Schlichwolle (C/D Qualität), sehr genügsam, mageres, wohlschmeckendes Fleisch, auch bei extremem Klima sehr robust

Wird als kleinste mitteleuropäische Schafrasse bezeichnet; zur Beweidung karger Standorte geeignet, vornehmlich zur Pflege von Heidegebieten.

Ziegen

Deutsche bunte Edelziege (erzgebirgsfarbene)

Deutsche bunte Edelziege (erzgebirgsfarben)

Mittelgroße bis große Ziege mit kurzem, glatt anliegendem Fell in hell- bis dunkelbraunen Farbtönen. Typisch sind der schwarze Aalstrich, dunkle Beine sowie der edle, harmonische Körperbau mit gut ausgeprägtem, fest ansitzendem Euter.

Die Deutsche Bunte Edelziege entstand 1928 aus verschiedenen regionalen braunen Ziegenschlägen Deutschlands. Sie wird heute bundesweit gezüchtet, zählt jedoch zu den gefährdeten einheimischen Ziegenrassen.

Sie ist eine leistungsstarke Milchziege mit hoher Milchmenge, guter Melkbarkeit und hoher Fruchtbarkeit. Zudem gilt sie als robust, langlebig und gut an unterschiedliche Haltungsbedingungen angepasst.

Die Rasse eignet sich neben der Milchproduktion auch hervorragend für die Landschaftspflege. Aufgrund rückläufiger Bestände steht die Deutsche Bunte Edelziege unter besonderem Erhaltungsbedarf.

Erzgebirgsziege

Die sowohl hornlos als auch behornt vorkommende Erzgebirgsziege ist rotbraun mit schwarzem Aalstrich und schwarzen Unterbeinen. Der mittellange, schlanke Hals trägt einen breiten Kopf mit Stehohren. Die Brust liegt tief, der Rücken ist lang und die Lenden breit.

Die Erzgebirgsziege wurde hauptsächlich im sächsisch-böhmischen Erzgebirge gehalten. Ende des letzten Jahrhunderts wurden rehbraune Tiere aus der Schweiz eingekreuzt. Sie entwickelte sich im Laufe der DDR-Geschichte zu einem von der westdeutschen BDE abgrenzbaren Typ.
Verbreitet sind sie überwiegend in Sachsen und Brandenburg.

Die Erzgebirgsziege zeigt ein feines Fundament und ein gut entwickeltes Euter. Die Widerristhöhe der Böcke beträgt 75 cm bei einem Gewicht von  60 bis 70 kg. Die Geißen erreichen eine Höhe von 70 cm und wiegen 45 bis 60 kg. Die durchschnittliche Jahresmilchleistung liegt bei 700 bis 900 kg. 
Die Tiere sind frühreif und weisen eine hohe Fruchtbarkeit auf. Die tägliche Zunahme der Zicklein liegt bei 200 g.

Nach DDR-Grenzöffnung Zuchttieraustausch vor allem mit Bayern und der Schweiz und damit starke Verdrängung des alten Typs im Herdbuch.

Erzgebirgsziege

Tauernscheckenziege

Die Tauernschecken sind eine robuste, vitale, langlebige und trittsichere österreichische Gebirgsziegenrasse. Beide Geschlechter sind gehörnt. Die Rasse ist sehr lebhaft gefärbt. Sie ist braun-schwarz-weiß, mitunter nur schwarz-weiß gescheckt mit einer durchgehenden Blesse am Kopf und ohne Strahlenzeichnung. Das Haarkleid ist kurz und ohne Behang; bei älteren Böcken kommen mitunter „Hosen“ vor. Die Tiere sind mittelrahmig mit stabilem Fundament. Zuchtziel: Erhaltung des Phänotyps und der genetischen Vielfalt. 

Die Tauernschecken haben ihren züchterischen Ursprung im Raum der Hohen Tauern. Die Scheckung ist für das Auffinden der Tiere im Hochgebirge von Vorteil. Erste Erwähnungen und Bilddarstellungen lassen sich bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts feststellen. Mit dem Arbeitskräftemangel nach dem 2. Weltkrieg wurden die Ziegenbestände und die Ziegenalpung stark zurückgedrängt. Durch besondere Bemühungen weniger Idealisten ist es gelungen, die hochgefährdete Rasse vor dem endgültigen Untergang zu bewahren.

Sie zeichnen sich durch hoch angesetzte, gut ausgebildete Euter mit ansprechender Milchleistung aus. Nunmehr werden die Tauernschecken wegen ihrer Fruchtbarkeit und ihrer hervorragenden Muttereigenschaften vorwiegend zur Lammfleischerzeugung gehalten. Auch zum Freihalten extensiver Flächen von Verbuschung werden sie eingesetzt. Weiters spielt auch der Verkauf der bunten Felle eine gewisse Rolle. 
Gewichte/Widerristhöhe: Böcke  75 – 90 cm, 65 – 90 kg / Ziegen 70 – 80 cm, 50 – 65 kg
Milchleistung: 700-900 kg

Kategorie „Rassen aus anderen Ländern“ in der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.
In Österreich: hochgefährdet

Thüringer Waldziege

Thüringer Waldziege

Mittelgroß und kräftig gebaut. Die Tiere sind schokoladenbraun und setzen sich durch den fehlenden Aalstrich und die typische weiße Gesichtsmaske deutlich von den anderen rehbraunen Ziegenschlägen ab.

Die Rasse entwickelte sich Anfang diesen Jahrhunderts über Ziegenzüchter aus Thüringen. Seit 1935 sind Sie als eigenständige Ziegenrasse anerkannt. Zuchttiere sind über das gesamte Bundesgebiet verteilt (1/3 davon im Ursprungsgebiet Thüringen).

Angepasst an das raue Klima des Thüringer Waldes zeigt die Thüringer Wald Ziege eine hohe Widerstandsfähigkeit und ist sehr gut zur Landschaftspflege geeignet. Die durchschnittliche Milchleistung liegt bei 700 bis 800 kg pro Jahr.

Die Thüringer Wald Ziege ist heute die einzige eigenständig gezüchtete Ziegenrasse Deutschlands.

Hühner

Altsteirer Huhn

Altsteirer Huhn

Das Altsteirer Huhn gehört zu dem Typ des mitteleuropäischen Landhuhnes. Es ist ausgesprochen wetterfest und widerstandsfähig. Mit viel Beweglichkeit und Emsigkeit geht es auf Futtersuche, wozu freier Auslauf natürlich nicht fehlen darf. Dabei ist das Huhn sehr anspruchslos und genügsam. Altsteirer Hühner besitzen eine außergewöhnliche Flugkraft, weshalb der Auslauf mit Bedacht gewählt werden sollte.

Bereits im 14. Jahrhundert wurden die Ahnen des Altsteirer Huhnes erwähnt. Im Jahre 1894 wurde eine erste Musterbeschreibung herausgegeben. Der „Verein für Tierschutz und Tierzucht“ in Cilli gründete 1897 eine Zuchtanstalt, welche später nach Marburg übersiedelte. Auf Antrag der Züchter Arbeiter und Marting aus Graz wurde 1902 von den zuständigen landwirtschaftlichen Stellen verfügt, dass die Altsteirer besonders durch die landwirtschaftlichen Körperschaften als bodenständiges, altbewährtes steirisches Landhuhn zu fördern seien.

Frühreifes, bewegliches, kräftiges Landhuhn, gute Legeleistung (180 bis 200 Eier pro Jahr, Bruteier-Mindestgewicht 55 g) und Fleischqualität; zartfleischig, weiße Haut, Küken frohwüchsig. Die Brutlust der Hennen ist mäßig. Der Hahn wird zwischen 2,5 und 3 kg schwer, die Henne erreicht ein Gewicht von bis zu 2,5 kg.

Auffallendes Merkmal bei den Altsteirern sind die weißen, unbefiederten, vierzehigen Läufe, bei denen die einzelnen Schuppen rosenrot eingebettet sind. Ein weiteres besonderes Merkmal ist der Schopf, der darauf schließen lässt, dass sich unter den Vorfahren auch Paduaner befunden haben müssen.

Brahma gelb blaucolumbia

Brahma (gelb-blaucolumbia)

Die Brahma sind sehr große, massige und kraftvoll gebaute Hühner mit auffällig vollem, weichem Gefieder und stark befiederten Läufen, die bis zu den Zehen reichen. Sie tragen einen kleinen dreireihigen Erbsenkamm und zeigen einen ruhigen, ausgeglichenen Ausdruck. Die gelb-blaucolumbia-Variante hat ein grundsätzlich gelbliches Gefieder mit blau-graulicher Zeichnung an Hals, Flügeln und Schwanz, wodurch ein harmonisch kontrastiertes Farbbild entsteht.

Brahmas stammen ursprünglich aus Asien und wurden im 19. Jahrhundert in Nordamerika weiterentwickelt; dort und in Europa wurden sie rasch zu beliebten Rassehühnern. Heute werden sie weltweit in vielen Farbschlägen gehalten, auch in gelb-blaucolumbia.

Diese Rasse gilt als ruhig, zutraulich und gut verträglich mit anderen Hühnern. Brahma-Hennen sind robust und winterhart, legen regelmäßig mittelgroße braune Eier, zeigen oft einen ausgeprägten Bruttrieb und vertragen kältere Bedingungen durch ihr dichtes Federkleid besonders gut.

Brahmas sind echte „sanfte Riesen“ – ihre imposante Größe geht einher mit einem gelassenen Wesen, was sie auch für Hobbyhalter attraktiv macht. Die gelb-blaucolumbia-Färbung ist eine besondere Variante des Columbia-Musters, bei dem die dunklen Zeichnungselemente nicht schwarz, sondern blau-grau erscheinen, was dem Gefieder einen einzigartigen optischen Charme verleiht.

Deutsche Sperber

Ein Wirtschaftshuhn in Landhuhnform. Reichlich mittelhohe Stellung, bei den Hennen gut ausgebildeter Bauch. Die gefällige Form mit der schönen Sperberzeichnung gibt den Tieren ein gutes Aussehen. Es gibt nur den gesperberten Farbschlag. Der Hahn wiegt 2,5 bis 3 kg, die Henne 2 bis 2,5 kg.
Deutsche Sperber haben ein lebhaftes Wesen, sind dabei aber sehr zutraulich. 

Um 1900 wurde vom bekannten Duisburger Züchter Otto Trieloff eine gesperberte, mittelschwere und leistungsstarke Hühnerrasse herausgezüchtet. Er benutzte dabei gesperberte Plymouth Rocks, gesperberte Italiener, Graue Schotten, gesperberte Bergische Schlotterkämme und schwarze Minorka. Ziel war ein wirtschaftliches und leistungsfähiges Huhn. 1903 nannte er diese Rasse „Rheinische Sperber“, mit der folgenden Nachzucht „Gesperberte Minorka“. 1907 erfolgte die Gründung der Sondervereinigung der Züchter gesperberter Minorka. 1917 wurde der Antrag auf eine erneute Änderung des Rassenamens vom Bund deutscher Geflügelzüchter genehmigt und seitdem gilt die Bezeichnung „Deutscher Sperber“.
Verbreitung deutschlandweit, ein besonderer Schwerpunkt lässt sich im Bundesgebiet nicht erkennen. 

Deutsche Sperber sind robust, frühreif und frohwüchsig. Die Hennen legen ca. 180 weißschalige Eier mit einem Bruteier-Mindestgewicht von 60 g im ersten Jahr, wobei der Bruttrieb sehr gering ist.
Deutsche Sperber sind gute Futtersucher, wenn man ihnen genug Freilauf gibt.

Gefährdungsgrad Kategorie II (stark gefährdet) laut der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen.

Deutsche Wyandotten Gold blau gesäumt

Deutsche Wyandotten (gold-blau gesäumt)

Das Wyandotten-Huhn ist ein mittelschweres Huhn mit kräftigem Körper. Es hat ein dichtes Gefieder, der Kopf ist rötlich und nur leicht mit Federn bedeckt. Die Augen sind verhältnismäßig groß und treten etwas hervor. Wyandotten gibt es in vielen verschiedenen Farbschlägen. Auch die Eierfarben weisen einige Farbvariationen auf. Hahn und Henne unterscheiden sich im äußeren Erscheinungsbild nur wenig.

Ihren Namen verdankt die Hühnerrasse einem Indianerstamm der Huroren. Diese nennen sich Wyandot, was so viel wie Inselbewohner bedeutet und von der wassereichen Landschaft in welcher sie leben abgeleitet ist. Wyandotten kamen Ende des 19. Jahrhunderts aus den USA nach Deutschland. Schon früh war eines der Zuchtziele ihr äußeres Erscheinungsbild. So sollten sie die Größe des asiatischen Typen erhalten und mit der Zeichnung der Silber-Sebright Zwerge kombiniert werden. Im Laufe der Zeit entstanden viele neue Farbschläge und Varianten.

Wyandotten verfügen über eine gute Eier- als auch Fleischleistung, womit sie ein klassisches Zweinutzungshuhn sind. Die Hennen werden bis zu 3 kg schwer und legen ca. 160 Eier pro Jahr. Ein Wyandotten-Hahn kann ein Gewicht von bis zu 4 kg erreichen. Wyandotten haben einen ruhigen, freundlichen Charakter und gute Muttereigenschaften.

Auf Grund ihrer ästhetischen Erscheinung, der doppelten Nutzbarkeit für Eier und Fleisch sowie ihrer geringen Flugfähigkeit sind Wyandotten sehr beliebt.

Graublaue Vogtl. Hühner

Graublaue Vogtländer

Die Blaugrauen Vogtländer sind mittelgroße, kräftige Landhühner mit mittelhoher Stellung und anliegendem Gefieder. Sie tragen einen festen Rosenkamm und haben schieferblaue Läufe; ihr Gefieder ist charakteristisch blaugrau bis mausgrau, was ihnen einen dezenten, bodenverbundenen Ausdruck verleiht.

Diese Rasse entstand Anfang des 20. Jahrhunderts im Vogtland durch Kreuzung regionaler Hühnerlinien wie Rheinländer, Andalusier, Welsumer und Dominikaner und wurde Mitte des Jahrhunderts offiziell anerkannt. Heute zählt sie zu den seltenen heimischen Hühnerrassen mit wenigen aktiven Zuchtlinien.

Blaugraue Vogtländer sind robust, wetterhart und sehr gute Futtersucher mit hohem Bewegungsdrang. Sie legen regelmäßig weiße Eier (ca. 150 – 190 pro Jahr, je etwa 55 g) und sind für eine naturnahe Haltung mit Auslauf gut geeignet.

Das Gefieder ist spalterbig vererbbar, sodass neben blaugrauen auch schwarze oder weiße Tiere in der Nachzucht auftreten können. Die Rasse gilt als wertvolles Kulturgut und spricht besonders Halter an, die seltene alte Rassen erhalten und ihre typischen Farben bewahren möchten.

Italiener Hühner

Italiener Huhn

Die Vorfahren der mittelgroßen Italiener kamen vermutlich schon mit den Römern in das deutsche Rheingebiet. Einst wildhuhnfarbig gezüchtet, gibt es heute 22 weitere Farbschläge. Davon stehen zwölf ursprüngliche Farbschläge auf der Roten Liste: blau, gelb, gestreift, goldbraun-porzellanfarbig, orangehalsig, rebhuhnhalsig, rot, rotgesattelt, schwarz, schwarz-weißgescheckt, silberfarbig und weiß.
Italiener sind wegen ihrer hohen Leistung und als fleißige Futtersucher beliebt. Das Italiener Huhn hat einen walzenförmigen, langestreckten, kräftigen Körper. Die Augen sind bei allen Farbschlägen rot wie auch die Kehllappen und das ungefiederte Gesicht. Die Ohrscheiben sind weiß, der Schnabel soll gelbfarben sein, wobei die dunklen Farbschläge auch hornfarbene Schnäbel aufweisen können. Der Kamm der Italiener Hühner ist in den beiden Varianten Stehkamm mit maximal fünf Zacken und geperlter Rosenkamm anerkannt. Das Gefieder liegt fest am Körper an. Hahn und Henne unterscheiden sich nicht wesentlich im äußeren Erscheinungsbild.

Italiner Hühner kommen wie der Name schon verrät ursprünglich aus Italien. Sie wurden im 19. Jahrhundert aus verschiedenen Landhuhnschlägen gezüchtet. Ziel der Zucht war ein frohwüchsiges, frühreifes Huhn zu bekommen, welches eine konstante Legeleistung bringt. Mit dem Aufkommen der Legehybriden verlor das Italiener Huhn aber an Beliebtheit.

Die Legeleistung des Italiener Huhns beträgt 180 bis 200 Eier im Jahr und dies über mehrere Jahre hinweg. Sie legen weiße Eier welche ein durchschnittliches Gewicht von 60 g haben. Der Hahn erreicht ein Gewicht von 3kg, die Henne wird bis zu 2,5kg schwer. Italiener sind eine aufrechte und stolze Hühnerrasse. Sie haben ein lebhaftes Temperament und sind dennoch zutraulich.

Italiner sind Nichtbrüter und gute Flieger.

Lakenfelder Huhn

Mittelgroßes, robustes Landhuhn mit lebhaftem Temperament. Die weiße Grundfärbung steht im starken Kontrast zum samtschwarzen Halsbehang und dem schwarzen, grünschillernden Schwanz. Der einfache Kamm des Hahnes verfügt über 4 bis 6 Zacken und auch die Henne hat einen kleinen Stehkamm. Das Gewicht des Hahnes beträgt 1,75 bis 2,25 kg, das der Henne 1,5 bis 2 kg.

Das Lakenfelder Huhn wurde in der Gegend von Dielingen, in der Nähe des Dümmer Sees erzüchtet. Die Lehrer Meyer aus Drohne und Bockelmann aus Meyerhöfen waren eifrige Hühnerzüchter, die es sich zur Aufgabe machten, die Hühnerzucht der dortigen Gegend zu heben. Ihr besonderes Augenmerk richteten sie auf die Veredelung des regionalen Landhuhnes – des Westfälischen Totlegers – und dessen Vorläufer, des Campinerhuhnes. Dieses kam hin und wieder mit dunklem Hals und Schwanz vor. Als Dritter im Bunde gesellte sich zu den beiden Züchtern noch der Zollerheber Wirz aus Haldem, der die Zucht fortsetzte und im Herbst 1835 seinen Freunden Hühner mit schwarzem Hals und schwarzem Schwanz und ganz reinen Flügeln zeigte. Am 12. Dezember 1854 wurden die Lakenfelder unter ihrem damaligen Rassenamen „Jerusalemer“ vorgestellt. Der Name Lakenfelder ist dadurch zu erklären, dass alle farblich dem Lakenfelder gleichartigen Tiergattungen, seien es Rinder oder Schweine oder auch Meerschweinchen, als „Lakenveller“ Farbschlag bezeichnet werden. Besonders im friesischen, holländischen und nordwestfälischen Sprachgebrauch ist diese Angabe der Farbnuance üblich. 1907 erfolgte dann die Gründung der Vereinigung der Lakenfelder Züchter in Hannover.

Bei unbeschränktem Auslauf sind die Lakenfelder eifrige, unermüdliche Futtersucher. Die Hennen legen zwischen 160 und 200 weißschalige Eier pro Jahr mit einem Mindestgewicht von 50 g. Die Fleischproduktion ist relativ gering, das Fleisch aber sehr schmackhaft. Lakenfelder sind fleißige Nutzhühner, die nur wenig Brutlust zeigen und ihren Züchtern durch ihre schöne äußere Erscheinung viel Freude machen.

Gefährdungsgrad III (gefährdet) laut der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen.

Nackthalshühner weiß

Nackthalshuhn (weißfarben)

Das Nackthalshuhn wurde in Osteuropa weiterentwickelt. Durch seine unnatürliche Kreuzung aus Huhn und Pute, gibt es das Nackthalshuhn in den unterschiedlichsten, anerkanntesten Farben, dazu gehören: schwarz, weiß, gesperbert bis hin zu gesäumt blau, schwarzbunt und wildfarbig.
Nackthalshühner sind trotz ihres unbefiederten Halses nicht sehr anfällig für Krankheiten, sie können auch in einem nicht gut durchdachten Stall ohne große Probleme überleben, das macht sie beliebt bei Hühneranfänger. Das Nackthalshuhn hat einen langgestreckten und kräftig gebauten Körper, mit einer leicht aufgerichteten Körperhaltung. Die lange Rückenlinie fällt schräg ab und der Schwanz wird gespreizt und halb hochgetragen. Die Augen sind bei allen Farbschlägen rot-orange und die Kehllappen und das befiederte Gesicht sind rot. Die Ohrscheiben sind rot, der Schnabel ist meist schwarz-grau-hautfarben. Der Kamm der Nackthalshühner hat maximal fünf Zacken und ist als Rosenkamm anerkannt. Das Gefieder liegt relativ locker am Körper an. Hahn und Henne unterscheiden sich in der Regel an der Hals Farbe.

Das Nackthalshuhn kommt ursprünglich aus Transsylvanien und wurde im 20. Jahrhundert in Osteuropa zu einem Ausstellungstier weiterentwickelt. Der Nackte Hals entstand durch eine sogenannte Verlustmutation

Die Legeleistung des Nackthalshuhnes beträgt bis zu 180 Eier im Jahr und dies über mehrere Jahre hinweg. Sie legen braune Eier. Der Hahn erreicht ein Gewicht von 2,5kg, die Henne wird bis zu 2kg schwer. Nackthalshühner sind eine unempfindliche, ruhige und friedliche Hühnerrasse. Sie sind im Vergleich zu anderen Hühnerrassen sehr leise und können gezähmt werden.

Nackthalshühner schlüpfen bereits mit nackten Hälsen und sie können gezähmt werden.

Plymouth Rock

Auf den ersten Blick bestechen rassige Plymouth-Rocks durch ihre akkurate Zeichnung, die in ihrer Gleichmäßigkeit und Exaktheit einmalig in der Rassegeflügelzucht ist. Bei keiner anderen gestreiften Hühnerrasse ist die Trennung von Grundfarbe und Zeichnung so eindrucksvoll anzutreffen.
Der Rumpf soll ein angehobenes Rechteck bilden und auf mittel hohen, gelben Läufen waagerecht stehen. Ein Hauptrassemerkmal ist die direkt nach dem Halsbehang beginnende leicht ansteigende, durchgehende Rückenlinie. Die Kopfpunkte sind im Verhältnis zum Körpervolumen recht klein entsprechen den typischen Kopfbehängen der asiatischen Hühnerrassen. Die Rasse ist im Standard mit 7 Farbschlägen (weiß-schwarzcolumbia, rebhuhnfarbig-gebändert, silberfarbig gebändert, schwarz, weiß, gelb und gestreift) angegeben, wo bei letztgenannter die originale Zeichnung der Rasse darstellt. Außerdem gibt es auch eine Zwerg Form der großen Rasse.

Bereits 1870 kamen die ersten gestreiften Plymouth Rocks durch die Engländer nach Europa, wo die Gefiederfarbe als gesperbert bezeichnet wurde. Von dort aus fanden sie um 1879 den Eingang nach Deutschland, dies bedeutete für die Rasse und deren Entwicklung bei uns einen Verlust von rund 20 Jahren. Schon um 1880 hatten sie im Heimatland den USA einen bis dahin bei einer Hühnerrasse noch nie erlebten Siegeszug angetreten. Dagegen hatten die Engländer eine andere Richtung in der Zucht der Plymouth Rocks eingeschlagen. Man strebte dort nach einem grobknochigen, hochbeinigen Typ mit unansehnlichem dunkelgrauem, braun schimmerndem Gefieder und grauer Beinfarbe. Diese Tiere fanden in Deutschland nur wenige Liebhaber, auch deshalb, weil sie die ihnen vorauseilenden Lobeshymnen bezüglich der wirtschaftlichen Eigenschaften, bei weitem nicht erfüllen konnten.  Als man jedoch um 1900 erfuhr, dass im Nachbarland Dänemark Plymouth-Rocks rein amerikanischer Abstammung, in schöner hellblauer Farbe und sauberer Zeichnung gezüchtet wurden, dauerte es nicht mehr lange, bis begeisterte, deutsche Züchter von dort und wenig später auch direkt aus den USA Plymouth-Rocks importierten.
Die gestreiften Plymouth-Rocks waren in den USA bald das Nationalhuhn geworden und blieben es über Jahrzehnte. Die amerikanischen Züchter hatten schon früh die wirtschaftliche Bedeutung der gestreiften Rocks erkannt. Dies bewiesen die nach dem 2. Weltkrieg eingeführten Barred Rocks in Deutschland, die hinter dem Leghorn lange Zeit den 2. Platz als Wirtschaftsgeflügel halten konnten. Doch schon zu dieser Zeit entwickelte sich, wie auch im Mutterland, so auch bei uns, die Plymouth-Rocks zu einer reinen Schönheitszucht. Im Gegensatz dazu entwickelten sich die Barred Rocks, später bei uns in Deutschland als Amrocks anerkannt, zur Wirtschaftsrasse. Es gibt kaum eine von der Form her passende Rasse, die nicht in die gestreiften Plymouth-Rocks eingekreuzt werden kann, um nicht nach wenigen Jahren äußerlich aus dem Erscheinungsbild der Rasse verschwunden zu sein. Hilfreich ist hierbei die Dominanz des gestreiften Federkleides über andere Farbenschläge. Dies funktioniert jedoch nur mit einem reinerbigen gestreiften Zuchthahn.

Von ihrem Gemüt her sind diese Hühner sehr ausgeglichen und äußerst ruhig. Bei intensivem Umgang mit den Tieren können sie sogar ausgesprochen zahm werden. Immer aufmerksam und niemals hektisch freuen sie sich über großflächige Ausläufe, wo die Tiere als eifrige Futtersucher stundenlang die Gegend erkunden. Einzäunung von 1,25m Höhe werden von ihnen respektiert.  Als realistische Legeleistung kann der Züchter mit 160 – 180 Eier pro Jahr rechnen und einem Eigewicht von 55g. Das Fleisch der Plymouth-Rocks ist gelbhäutig und weder zäh noch trocken und kann höchsten Gaumenansprüchen genügen.  

Nur in den seltensten Fällen werden die Hennen zur Brut schreiten, dafür sind die Eier absolut Kunstbrutfest. Bei der Einlage sollte man wissen, dass Eier von gestreiften Plymouth-Rocks einen Tag länger als herkömmliche Bruteier in der Entwicklung benötigen. Nach nur wenigen Tagen kann man Anhand der helleren und dunkleren Gefiederfärbung, der Lauffarbe und des Kopffleckes das Geschlecht der Eintagsküken einwandfrei erkennen.

Ramelsloher (gelbfarben)

Die Ramelsloher sind große, kräftige Landhühner. Hähne erreichen ein Gewicht von 2,5 bis 3 kg, Hennen werden zwischen 2 und 2,5 kg schwer. Ramelsloher stehen mittelhoch, Hähne etwas höher. Charakteristisch sind die schieferblaue Lauffarbe und die weißen Zehnägel. Die intensive Blautönung von Läufen und Schnabel sind ein Rassekennzeichen, dass sich bei der Henne bis in das Kammblatt und in die Gesichtshaut fortsetzen kann.
Sie treten in einem weißen und einem gelben Farbschlag auf, wobei der Schnabel und die Beine blau gefärbt sind.

Die Ramelsloher sind 1870 in Ramelsloh, einem Dorf bei Hamburg, erzüchtet worden. Der Ort Ramelsloh führt heute noch den blaubeinigen weißen Hahn unter dem Bischofshut in seinem Ortswappen. Als Grundlage der Erzüchtung des Ramelsloher Huhnes dienten die alten, robusten „Vierländer Landhühner“, in die Spanier, Andalusier und Cochin eingekreuzt wurden. 
Verbreitung im Raum Hamburg, heute bundesweit Zuchtstämme.

Bei guter Wetterhärte sind Ramelsloher anspruchslos und bei Auslauf fleißige Futtersucher.
Die Legeleistung dieses Winterlegers liegt im ersten Jahr bei 170 weißen oder leicht cremefarbenen Eiern mit einem Bruteier-Mindestgewicht von 56 g. Der Bruttrieb ist eher gering ausgeprägt. Die relativ gute Legeleistung und rassetypischer Fleischansatz kennzeichnen die Ramelsloher als interessante und empfehlenswerte Zweinutzungsrasse des norddeutschen Raumes.

Ramelsloher sind vom Wesen lebhaft und werden dem Halter gegenüber sehr zutraulich. Die temperamentvollen Tiere neigen in der Jugendentwicklung zum Fliegen, wie dies bei allen alten deutschen Rassen typisch ist. Auffallend sind bei Hahn und Henne die tief dunklen, nahezu schwarzen Augen mit schwarzem Lidring, die so bei keiner anderen Rasse zu finden sind.

Vorwerkhuhn

Bei dem Vorwerkhuhn handelt es sich um ein besonders wirtschaftliches Zweinutzungshuhn in Landhuhnform. Es ist kräftig und gedrungen mit einzigartiger, gleicher Zeichnung beider Geschlechter. Typisch ist das unter dem samtartigen Halsbehang zutage tretende Goldgelb und dessen Farbübergänge zum satten Schwarz des Schwanzes. 
Das Gewicht der Hähne liegt zwischen 2,5 und 3 kg, das der Hennen zwischen 2 und 2,5 kg.

Vorwerkhühner wurden ab 1900 von Oskar Vorwerk aus Lakenfeldern, gelben Orpington, gelben Ramelslohern, Andalusiern und den Sotteghams erzüchtet.
Verbreitung bundesweit.

Vorwerkhühner sind wirschaftliche Zweinutzungshühner (Eier und Fleisch). Die Legeleistung im ersten Jahr beträgt 170 gelbliche Eier mit einem Bruteier-Mindestgewicht von 55 g. Der Bruttrieb ist eher gering. Bei freiem Auslauf sind sie sehr gute Futtersucher und daher sparsam im Futterzusatz. 
Vorwerkhühner sind wetterhart, robust und frühreif. 

Vorwerkhühner sind ausgesprochen gutmütig, lebhaft und nicht scheu.
Die Küken sind beim Schlüpfen schwarz, gelb oder schwarz-gelb gemischt, was jedoch keinen Rückschluß über die spätere Färbung zulässt. 

Enten

Deutsche Pekingente

Deutsche Pekingente

Die Deutsche Pekingente fällt auf durch die aufrechte, pinguinartige Haltung, einen rechteckigen, massiven Körper mit angezogenem Hinterteil. Wichtige Kopfattribute sind der waagerecht eingebaute, kurze Schnabel, die volle Stirn und die breiten Backen. Farbe ist weiß mit möglichst gleichmäßigem gelben Anflug.
Obergefieder glatt, Untergefieder mit reichem Daunenanteil.
Gewicht der Erpel 3,5 kg und der Ente 3 kg.

Soll auf eine im Südosten Asiens beheimatete hochgerichtete Ente im Pinguintyp zurückgehen. Wurde 1873 in die USA importiert und kam später bis nach Deutschland.
Verbreitung in ganz Deutschland.

Wetterharte, wirtschaftliche Ente mit vorzüglicher Fleischqualität von besonderer Schmackhaftigkeit. Lieferant hochwertiger Daunen. Legeleistung 50-60 Eier pro Ente und Jahr, mit einem Eigewicht von 70 g und weiß-gelblicher Schalenfarbe.

Die Qualität der Daunen reicht an die von Gänsen heran.

Laufente

Die Laufente entstand im asiatischen Raum, als Stammform gilt die Pinguinente. Die aufrecht auf den Zehenspitzen tänzelnde, elegante Ente ist frühreif und hat eine beachtliche Legeleistung. Sie kommt in den Farbschlägen blau, blau-gelb, braun, forellenfarbig, schwarz, weiß, wildfarbig, silber-wildfarbig, rehfarbig- weißgescheckt und erbsgelb vor. Dabei stehen die ursprünglichen Farbschläge braun, rehfarbig-weiß-gescheckt, schwarz und weiß auf der Roten Liste. Durch ihre Agilität benötigt sie einen großen Auslauf – fliegen kann sie jedoch nicht.

Mitte des 19 Jahrhunderts kamen die Laufenten, welche auch unter dem Namen indische Laufenten bekannt sind, nach England und somit nach Europa. Durch ihre gute Legeleistung und vielfältige Einsatzfähigkeit erfreuen sie sich großer Beliebtheit.
Heute sind Laufenten weltweit verbreitet, ursprünglich stammen sie aus Südostasien. In Europa werden sie gerne als Schneckenjäger in Gärten gehalten.

Laufenten haben mit 100-150 Eiern pro Ente und Jahr eine sehr gute Legeleistung. Die Eier sind weiß bis grünlich und haben ein Gewicht von ca. 70 g. Laufenten werden bis zu 2 kg schwer, wobei es keinen Unterschied zwischen den weiblichen und männlichen Tieren gibt. Sie sind agil, lebhaft und laufen und schwimmen gerne. Auch werden sie sehr gerne zur Bekämpfung von Schnecken im Garten eingesetzt, da sie diese und deren Eier fressen.

Laufenten werden auch gerne zum trainieren von Hütehunden genutzt, da sie stets als Herde zusammenbleiben und sich mit leichten Bewegungen in die gewünschte Richtung lenken lassen. Auch wenn diese Tiere gerne laufen, sind sie doch Wasservögel die Wasser zur Nahrungsaufnahme und Gefiederpflege benötigen.

Pommerente

Pommernente

Landente, mit langem, breitem und tiefem Körper, ohne Kielbildung; langer Kopf mit flacher Stirn; fest anliegende straffe Federn; Untergefieder äußerst Daunenreich; kommt in den Farben blau und schwarz vor mit weißem Latz an Vorderhals und Kropf.

Unter verschiedenen Namen wurden gleichgezeichnete blaue, schwarze oder gelbe Enten in verschiedenen Teilen Europas bereits im 18. Jhdt. aus Landenten kultiviert.
Verbreitung im traditionellen Hauptverbreitungsgebiet Pommern. Heute letzte Einzelbestände verstreut.

Legen jährlich 70 -90, Spitzentiere bis zu 120 Eier. Bruteier für Natur- und Kunstbrut geeignet. Jungtiere problemlos in der Aufzucht. Erpel erreichen 3 kg, Enten 2,5 kg Körpergewicht.

Die Eierfarbe ist blaugrün.

Gänse

Pommergänse

Pommerngans

Als alter Landschlag wurde die Pommerngans bereits vor mehreren hundert Jahren in Pommern und an der Ostseeküste gehalten. Die Tiere treten in grau, graugescheckt und weiß auf. Pommerngänse haben einen großen und kräftigen Körperbau mit breiter Brust, breiten Schultern sowie einer leichten Bauchwamme. Die Fleischgänse haben ein sehr feinfaseriges und wohlschmeckendes Fleisch.

Pommerngänse stammen, wie ihr Name verrät ursprünglich aus Pommern. In Berichten wurden auf Rügen schon im Jahre 1550 schwere Gänseschläge erwähnt. Diese wurden später durch züchterische Selektion auf Körpergröße nochmals schwerer. Im Jahre 1912 wurden Pommerngänse als eigenständige Rasse offiziell anerkannt. Um 1960 erlangten sie durch Einkreuzungen von Toulousern und der späteren Einkreuzung von Emdener Gänsen eine weitere Leistungssteigerung im Gewicht.
Durch ihre Beliebtheit sind Pommerngänse heute weit über ihre Ursprungsregion hinaus verbreitet und im ganzen Bundesgebiet zu finden.

Die weibliche Pommerngans erreicht ein Gewicht von ca. 7 kg und legt um die 30 Eier im Jahr, der Ganter wird bis zu 10 kg schwer. Futterverwertung und Schlachtkörperqualität dieser Tiere ist gut. Pommerngänse haben ein ruhiges Wesen, gute Muttereigenschaften, sind umgänglich und brutfreudig.

Durch ihre gute Leistung und das angenehme Temperament erlangten die Pommerngänse große Beliebtheit. Durch seine optische Schönheit ist bei Züchtern vor allem der gescheckte Farbschlag sehr beliebt. Zudem sollen die Stimmlaute dieser Gänse eine beruhigende Wirkung haben.

Steinbacher Kampfgänse

Steinbacher Kampfgans

Die Steinbacher Kampfgans ist eine mittelgroße, elegant wirkende Gänserasse mit aufrechter, kräftiger Haltung. Auffällig ist ihre schwarze Gebissleiste um den Schnabel, die ihr einen „grimmigen“ Ausdruck verleiht und sie leicht von anderen Gänsen unterscheidet. Das Gefieder tritt überwiegend in grauen oder blauen Farbtönen auf, oft mit heller Unterseite.

Diese Rasse stammt aus der Region um Steinbach-Hallenberg und Brotterode in Thüringen (Deutschland) und wurde im späten 19. Jahrhundert gezüchtet, offiziell anerkannt seit 1932. Ursprünglich wurden die Tiere als Kampfgänse bei traditionellen Ganterkämpfen genutzt, bevor sie als Haustierrasse weitergepflegt wurden.

Steinbacher Kampfgänse gelten als robust, widerstandsfähig und weidefreudig; sie eignen sich gut für die extensive Haltung im Freiland. Sie legen weißschalige Eier (meist 20–50 Stück pro Jahr) und erreichen ein Gewicht von rund 4,5–6,5 kg je nach Geschlecht. Moderne Zuchttiere zeigen oft auch guten Brutinstinkt und können ihre Jungen selbst ausbrüten.

Trotz ihres Namens sind viele Steinbacher Kampfgänse gegenüber Menschen relativ friedfertig, können aber bei Störung ihres Territoriums oder in Paarbindung auch dominantes Verhalten zeigen. Die Rasse ist heute selten und wird zunehmend als gefährdete Nutztierrasse gepflegt, was ihren kulturellen Wert unterstreicht.

Kaninchen

Deutsche Riesenschecken

Deutsche Riesenschecken

Der Deutsche Riesenschecke entspricht im Wesentlichen dem Deutschen Riesen, weist allerdings eine andere Fellzeichnung auf, hat ein etwas geringeres Gewicht, sowie einen feineren Knochenbau. Der Körper ist groß, gestreckt und leicht walzenförmig. Es gibt das Kaninchen in Schwarz-Weiß, Blau-Weiß und Havannafarbig-Weiß. Die charakteristische Fellzeichnung umfasst am Kopf den sogenannten Schmetterling, die Ringe um die Augen, sowie die Backenpunkte und die Ohrenzeichnung. Die Rumpfzeichnung besteht aus dem Aalstrich und den Seitenpunkten.
Das Mindestgewicht ist etwas leichter als beim Deutschen Riesen und beträgt 5,0kg, das Normalgewicht 6,0kg. Die Körperlänge beträgt mindestens 64cm und normal 68cm.

Frankreich gilt als Ursprungsland großer gescheckter Kaninchen. Entstanden ist der Deutsche Riesenschecke aus der Kreuzung von Schmetterlingskaninchen und Deutschen Riesen. Die Anerkennung erfolgte 1908.
Verbreitung in ganz Deutschland.

Der Deutsche Riesenschecke wird zur Fleisch- und Fellgewinnung genutzt. Wegen seiner guten Wirtschaftlichkeit ist er relativ weit verbreitet.

Scheckenkaninchen sind spalterbig, was dazu führt, dass die Zucht relativ schwierig ist, was die erfolgreiche Nachzucht ideal gezeichneter Tiere angeht. Bei einem Wurf können so auch aus Elterntieren mit erwünschter Zeichnung einfarbige bzw. Hellschecken fallen.

Fuchskaninchen und Zwergfuchskaninchen

Fuchskaninchen sind mittelgroße, gedrungene Kaninchen mit kräftigem Körperbau, breiter Brust und typischer fuchsig-goldbrauner Fellfarbe (rot- bis gelbbraun mit dunkler Schattierung). Die Zwerg-Fuchskaninchen entsprechen in Typ und Farbe weitgehend, sind jedoch kleiner und kompakter mit kürzeren Läufen und stärkerer Bemuskelung im Zwergformat.

Die Rasse entstand im 19. Jahrhundert in Deutschland aus Kreuzungen zwischen Wildkaninchen und Hauskaninchen, um ein farblich attraktives, aber robustes Kaninchen zu züchten. Heute werden sowohl Standard- als auch Zwerg-Variante in vielen Vereinen Europas gehalten und gezüchtet.

Fuchskaninchen sind ruhig, zutraulich und robust, eignen sich gut für verschiedene Nutzungsformen (Fell, Fleisch, Ausstellung, als Haustier). Beide Varianten sind pflegeleicht mit guter Futterverwertung; Zwerg-Fuchskaninchen zeigen oft etwas lebhafteres Wesen und eignen sich besonders für Hobby- und Wohnungshaltung durch ihre kompakte Größe.

Die charakteristische Farbwirkung („Fuchsfarbe“) entsteht durch eine Mischung aus warmen Gold- und Rot-Tönen mit dunklerer Schattierung entlang des Rückens. Zwerg-Fuchskaninchen behalten diese klassische Zeichnung in kleinerer, oft „knuffigerer“ Form, weshalb sie bei Haustierliebhabern besonders beliebt sind.

Kleinsilber-Kaninchen (havannafarbig)

Das Kleinsilber-Kaninchen havannafarbig ist eine kleine, fein gebaute Rasse mit eleganter, kompakter Körperform. Typisch ist das havannafarbene Fell – ein intensives, gleichmäßiges schokoladen- bis rehbraun, das von der Wurzel bis zur Spitze dicht pigmentiert ist und dem Tier ein weiches, glänzendes Erscheinungsbild verleiht.

Die Kleinsilber-Rasse entwickelte sich in Deutschland im 19. Jahrhundert aus Kreuzungen kleiner rassehafter Linien, um ein kleines, silbrig glänzendes Kaninchen zu etablieren. Die havannafarbene Variante wurde gezielt selektiert und ist heute eine anerkannte Farbschlagform, die vor allem in Europa verbreitet ist.

Kleinsilber havannafarbig sind lebhaft, neugierig und robust, mit einer aktiven, wendigen Natur. Durch ihre kleinere Größe und freundliche Ausstrahlung eignen sie sich gut für Hobbyhaltung, Ausstellung und Zucht, benötigen jedoch eine angemessene Auslauf- und Beschäftigungsmöglichkeit. Die Tiere zeigen eine gute Futterverwertung und allgemein widerstandsfähigen Gesundheitsstatus.

Der Name „Kleinsilber“ bezieht sich auf den feinen Silberglanz der Fellspitzen, der auch bei der havannafarbenen Form erkennbar ist und dem Fell eine besondere Tiefe gibt. Die Kombination aus intensiver Farbgebung und feiner Silbereinwirkung macht diesen Farbschlag besonders attraktiv für Ausstellungen und Zuchtinteressierte.

Luxkaninchen

Das Luxkaninchen gehört zu den Kleinrassen. Es zeichnet sich durch einen leicht gedrungenen, keinesfalls jedoch plumpen Rumpf, mittellange, feingliedrige Läufe und dichte Unterwolle mit mittellangem Fellhaar aus. Bekannt ist die Rasse, neben der besonderen Fellqualität, vor allem für die Deckfarbe: lichtblau mit silbrigem Glanz und einer schwach durchscheinenden braunroten Tönung.

Die Luxkaninchen entstanden 1918 zufällig aus der Kreuzung Marburger Feh und Perlfeh. 1922 wurde die Rasse offiziell anerkannt. Zu Anfang trug die Rasse den Namen „Luchskaninchen“, welcher jedoch schnell geändert wurde, da die Färbung der Kaninchen der des Luchses nur entfernt ähnelt.
Verbreitet ist die Rasse vor allem in Nord-, West- und Mitteldeutschland.

Die Rasse kann ein Gewicht von 2,5 kg im Durchschnitt bis hin zu 3,25 kg erreichen.

Gefährdungsgrad Kategorie II (stark gefährdet) laut der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen.

 

Meißner Widderkaninchen

Weniger gedrungen und massig als das Deutsche Widder-Kaninchen. Der Körper ist leicht gestreckt mit breiter Brust und Hinterpartie. Der Rücken ist schön gewölbt, hinten gut abgerundet. Die Läufe sind kräftig, breit gestellt, gerade aufgesetzt, wodurch sich eine mittelhohe Stellung des Körpers ergibt. Das Fell ist dicht mit guter, gleichmäßiger Begrannung und weist eine Haarlänge von etwa 3 cm auf. Der Kopf ist widderartig. Die Behanglänge beträgt 36 bis 42 cm. Als Farbschläge kommen schwarz, blau, havanna, gelb, graubraun vor. Die Deckfarbe ist am ganzen Körper gleichmäßig gesilbert mit reichlichem Glanz.
Das Gewicht liegt zwischen 3,5 – 5,5 kg.

Das Meißner Widder Kaninchen ist eine Rasse, die systematisch erzüchtet wurde. Ende des 19. Jahrhunderts verlangte der „Rauchwarenmarkt“ nach einem Fell, das dem sogenannten Silberfuchs sehr nahe kommt, nämlich gesilbertes Schwarz bzw. Blau. Die weiteren Farben kamen erst später hinzu. 
In der Porzellanstadt Meißen begann Karl Friedrich Leopold Reck aus wirtschaftlichen Gründen mit der Zucht. Man geht davon aus, dass für die Erzüchtung die damaligen französischen Widder und die Kleinsilberkaninchen zum Einsatz kamen.
Verbreitung hauptsächlich Raum Hannover, Bayern und Sachsen-Anhalt. Vereinzelt in ganz Deutschland.

Das Meißner Widder Kaninchen ist etwas lebhafter als der Deutsche Widder. Sehr frohwüchsiges Kaninchen, das ein sehr schmackhaftes Fleisch liefert. Die Felle werden heutzutage kaum noch verwendet, da sich für Kaninchenfelle keine wirtschaftlichen Preise erzielen lassen.

Die Meißner Widder sind die einzige Kaninchenrasse, die den Widdertyp und die Silberung vereinen. Es ist nicht eindeutig überliefert aus welchen Rassen Leo Reck diese Rasse erzüchtet hat.

Rexkaninchen (russenfarbig)

Bei den Rexkaninchen sind Unterwolle und Deckhaar bedeutend kürzer als bei den Normalhaarrassen. Die Haare sind 17 – 20 mm lang und stehen senkrecht zum Haarboden. Die Grannenhaare sind äußerst fein und sie sollten nicht gekrümmt sein. Es gibt das Rexkaninchen in vielen verschiedenen Farbschlägen. Vor 1935 wurden folgende Rexe erzüchtet: Blau, Castor, Chin, Feh, Gelb, Havanna, Lux, Schwarz und Weiß. Nach 1935 kamen weitere Farbschläge hinzu.
Chin-, Blau-, Weiß-, Dreifarben-Schecken-, Dalmatiner-, Gelb-, Castor-, Schwarz-, Havanna-, Blaugrau, Rhön-, und Japaner-Rexe haben ein Gewicht zwischen 2,5 und 3,5 kg. Feh-, Lux-, Loh-, Marder- und Russen-Rexe wiegen zwischen 2,375 und 3 kg. Durch das kurze Haar weicht die Form dieser Kaninchen von der der normalhaarigen Rassen ab, da die Umrisse der Körperformen schärfer in Erscheinung treten. Sie sind leicht gestreckt, aber dennoch harmonisch in ihrer Form. Die Vorder- und Hinterpartie sind gleichmäßig breit, die Schulter gut bemuskelt und die Hinterpartie gerundet. Hals und Nacken sind nur leicht sichtbar angedeutet. Die Ohren sind kräftig und fleischig, sowie gut behaart. Sie werden straff aufgerichtet getragen und sind in ihrer Länge und Breite dem Körper entsprechend.

Im Jahre 1919 entdeckte der französische Kleinbauer Cailon in Coulongé im Nest einer gruen Kreuzungshäsin ein Jungtier, dem das Haar später als seinen Wurfgeschwistern wuchs. Dies wiederholte sich auch beim nächsten Wurf. Der Pfarrer des Dorfes, Abbé Amedé Gillet, wurde aufmerksam und kaufte dem Bauern beide Tiere, ein Paar, ab. Die Nachkommen dieser Kaninchen waren durchweg kurzhaarig, jedoch ausnahmslos mit einem körperlichen Defekt behaftet. Deshalb kreuzte Gillet normalhaarige Tiere ein. Aus solchen Würfen stellte er sechs Tiere 1924 in Paris als „Castor-Rexe“ der staunenden Öffentlichkeit vor. Im Jahre 1926 wurden die ersten Rexe in Deutschland gezeigt und waren überall, wo sie auftauchten, die Sensation aller Ausstellungen. In der älteren Literatur wird den Rexen oftmals eine schwächere Vitalität zugeschrieben. Von dieser ist heute kaum noch etwas zu merken.

Früher waren die Rexe häufig stark krankheitsanfällige Kaninchen. Heute sind sie genauso vital wie andere Rassen. Sie können lediglich Kahlstellen unter den Sohlen und wunde Läufe aufweisen. Dies kann jedoch an der dünneren Behaarung liegen.

Das Merkmal der Kurzhaarigkeit lässt sich durch Kreuzung auf alle Kaninchenrassen übertragen. Deswegen gibt es das Rexkaninchen in vielen verschiedenen Farbschlägen.

Weitere

Dunkle Biene

Die Dunklen Bienen sind groß, breit mit auffällig rundem Hinterleib, schmalen Filzbinden und langen Überhaaren, von anderen Bienen der Apis mellifera (Westlichen Honigbienen) leicht zu unterscheidende Bienen. Ihr Kubitalindex liegt deutlich unter 2,0 (Rassengrenze 2,2), der Hantelindex unter 9,32, die Diskoidalverschiebung im negativen Bereich und die Rüssellänge unter 6,4 mm. Durch ihre dunkle braune Brustbehaarung und ihre schmalen Filzbinden erscheint sie auf der Wabe recht dunkel, dieser Effekt wird bei der Nigra durch die schwarze Haarfarbe und die pigmentierten Flügel noch verstärkt und verleiht ihr ein samtschwarzes Aussehen.

Die Westliche Honigbiene Apis mellifera ist ein Kind der Großen Eiszeit, deren Geschichte vor ca. 1 Mill. Jahren während einer Ausnahmesituation in der Klimageschichte der Erde mit der Polvereisung begann. Vor der Vereisung gab es eine große Zahl Honigbienen ähnlich unserer heutigen Apis Mellifera. In Europa sind mit dieser Klimaveränderung alle Honigbienenarten ausgestorben, von der einstigen Vielzahl sind weltweit nur vier übrig geblieben (mellifera, indica, drosata u. florea). Im Vorderen Orient überlebte der Vorfahre der Apis mellifera. Von dort breitete sie sich zunächst in 4 Rassengruppen aufteilend aus.
1. nach Westen über Nordafrika nach Europa (Iberische Halbinsel) Intermissa, Iberica, mellifera.
2. nach Süden in zwei Gruppen – nördliches und Südliches Afrika.
3. nach Norden in den Balkan die Macedonica und in die Apenninenhalbinsel die Lingustica.
Neuere DNA-Analysen ergaben gegenüber bisherigen Annahmen, dass die Unterschiede zwischen den Apis mellifera mellifera Ökotypen wesentlich größer sind als zwischen lingustica und carnica. Daraus kann man ablesen, dass die mellifera und die lingustica „alte“ Bienen sind und die carnica als jüngster Abkömmling der lingustica zugeordnet werden kann.
Vor ca. 150 Jahren begann für die Dunkle Biene die Bedrohung ihrer Existenz durch den Menschen, auf der Suche nach der „Besten Honigbiene“.

  • große Winterhärte
  • erhöhte Verteidigungsbereitschaft gegenüber Eindringlingen (starkes Vorlagern)
  • Winterbrutpause und Brutpausen bei Trachtmangel (varroaschädlich)
  • starker und artenreichster Pollensammeltrieb (einheimisch, angepasst)
  • hohe Langlebigkeit (hoher Anteil an „Winterbienen“ im Sommer)
  • ausgeprägte Flugkraft (5 km und mehr mit Eintrag)
  • haushälterischer Umgang mit Futtervorräten (Hüngler)
  • schnelles Anpassen der Volksstärke an das Trachtangebot (schwarmträge)
  • kein „Überschießen“ bei Stoßtrachten (Eintrag auch bei nachlassender Tracht)

Bienen aus „tausendjähriger“ Korbimkerei-Tradition neigen dazu bei „Störung“ ihren Vorrat und Brut zu verlassen, indem sie an den Wabenrändern zusammenlaufen und sich mit samt der Königin fallen lassen (mehr oder weniger ausgeprägt). Beim Abtrommeln in der Heideimkerei ein ideales Verhalten, in der Magazinimkerei weniger. Aus der Zeidler- und Klotzbeuten-Tradition zeigen die Bienen ein ruhiges und wabenstetes Verhalten (in der Alpenregion wird sie meist in Hinterbehandlung gehalten). Die reinrassigen Bienen können ohne Schleier und ohne Probleme auch im Magazin geführt werden.

Exmoorpony

Stämmiger, ausgeglichener Körperbau. Es kommen Braune, Dunkelbraune und Dunkelfarbene vor. Schwarze Nüstern. Mehlmaul, Aufhellungen am Bauch und um die Augen. Breite Stirn, leich vorstehende Augen. Mittellanger Rücken mit starker Lende. Trockene Beine mit sehr harten Hufen. Stockmaß 114 – 130 cm.

Repräsentiert einen sehr ursprünglichen Pferdetyp. Geht vermutlich auf keltische Ponys zurück, die während der Bronzezeit durch keltische Einwanderer nach Großbritannien gebracht wurden. Lebt seit mindestens dem 11. Jhd. halbwild im Exmoor, einem ursprünglichen Landstrich im Südwesten Englands.
Verbreitung überwiegend in Großbritannien, verschiedene Länder des europäischen Festlandes und Nordamerika.

Außerordentlich zäh und widerstandsfähig. Ausdauernd, agil und sehr reaktionsfähig. Als Reit- und Wagenpony geeignet.

Seit Jahrhunderten frei von rassefremden Einkreuzungen.

Vogtländer Weißkopftrommeltaube

Kräftige Taube mit breiter Brust und nahezu waagerechter Haltung. Typisch sind der weiße Kopf mit klarer Abgrenzung unter dem Auge, üppige Latschen mit Geierfedern sowie eine federreiche Schnabelnelke. Es sind 13 Farbenschläge anerkannt, bei denen nur Kopf, Latschen und Teile der Schwingen weiß sind.

Die Rasse wurde um 1858 im Vogtland aus Trommel- und Farbentauben erzüchtet. Hauptverbreitungsgebiete sind bis heute das Vogtland und das Erzgebirge, daneben existieren kleinere Bestände in Bayern.

Charakteristisch ist das typische „Trommeln“ mit rollenden, auf- und abschwellenden Lauten. Die Rasse ist zuchtfreudig, jedoch spalterbig, wodurch auch einfarbige oder weiße Jungtiere fallen können.

Die Haltung erfordert viel Platz und Sauberkeit, um die empfindlichen Latschen zu schützen. Aufgrund der anspruchsvollen Zeichnung und rückläufiger Bestände gilt die Vogtländer Weißkopf-Trommeltaube als gefährdete einheimische Rasse.